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Das System Heise – „Hier geht es anders zu“

30. März 2026

Der jüngste Angriff auf drei Journalisten richtet die Scheinwerfer erneut auf Fretterode (Thüringen) und die dort lebende Familie Heise um den Neonazi-Multifunktionär Thorsten Heise. Der Angriff schockiert zurecht die Öffentlichkeit, folgt aber einem Muster, das Thorsten Heise den Beinamen „Justizwunder“ eingebracht hat: Seit Jahren bleibt die Heise-Sippe von strafrechtlichen Konsequenzen verschont obwohl – oder gerade weil – den Behörden längst klar ist, wie das System Heise funktioniert. Bereits in 2008 wurde bei einem Arbeitstreffen verschiedener Polizeidienststellen unter der Schirmherrschaft des niedersächsischen Landeskriminalamts festgehalten, durch Heises Agieren sei in Fretterode eine „observationsfreie bzw. polizeifreie Zone“ entstanden. Daran hat sich auch mehr als 15 Jahre später nichts verändert, als Heise dem Kamerateam von Spiegel TV zubrüllte, dass es „hier anders zu geht“, während er auf sie einprügelt.

Um das „System Heise“ zu verstehen, lohnt es sich zwei – mehr oder weniger bereits bekannte – Fälle noch einmal exemplarisch in den Fokus zu rücken: Im Dezember 2017, wenige Monate vor dem brutalen Angriff auf zwei Journalisten in Fretterode, beschädigte aller Wahrscheinlichkeit nach Familie Heise die Autos vom Kunstkollektiv «Zentrum für politische Schönheit» vor dem Haus von AfD-Spitzenpolitiker Björn Höcke in Bornhagen. Im März 2022 verschleppt Heise zusammen mit seiner Frau Nadine eine demente Frau aus Schweden nach Fretterode und ist ein Jahr später, nach ihrem Tod, um eine Million Euro reicher. In beiden Fällen ist die Polizei und teils auch die Staatsanwaltschaft involviert, eine Anklage oder juristische Konsequenzen blieben jedoch aus.

Der Heise-Höcke-Clan im Eichsfeld – Handfeste Nachbarschaftshilfe

Thorsten Heise beim Aufmarsch von «Die Heimat» gegen den CSD in Magdeburg am 23. August 2025 – Quelle: Pixelarchiv

Im November 2017 errichtete das «Zentrum für politische Schönheit» (ZpS) vor dem Haus von Björn Höcke in Bornhagen eine Kopie des Holocaust-Mahnmal. Nicht nur die AfD war außer sich vor Wut und protestierte gegen die Aktion. Auch Familie Heise, die nur wenige Minuten entfernt lebt, fühlte sich offensichtlich provoziert. Den Fall beschrieb Frederik Schindler bereits in dem Buch „Höcke: Ein Rechtsextremist auf dem Weg zur Macht. Die AfD und ihr gefährlichster Vordenker“. Am 2. Dezember 2017 um 10:35 Uhr sprach Thorsten Heise die in Bornhagen anwesende Polizei an und teilte mit, dass sich vor Ort „zwielichtige Personen mit zwei Fahrzeugen“ aufhalten würden. Dabei drohte er unverhohlen, wie die Polizei notierte: „Sollten diese Personen vor seinem Wohnhaus in Fretterode auflaufen, so würde der Heise seine Leute anrufen und dann würde etwas passieren“. Wenige Minuten später, um 10:47 Uhr wurde der Polizei eine „politisch motivierte Sachbeschädigung“ gemeldet. Die Reifen von zwei Autos aus dem Umfeld vom ZpS waren zerstochen worden. Während die Polizei die Anzeige aufnimmt, kam eine Anwohnerin hinzu und gab an, dass sie ein „Zischen und Knallen“ gehört habe. Weiter konnte sie beobachten, wie ein mit Tuch oder Schal vermummter junger Mann im Laufschritt zu einem dunkelgrauen/schwarzen Transporter/Kleinbus VW lief und auf der Beifahrerseite einstieg. Die Zeugin konnte sogar Teile des Kennzeichens benennen: EIC-NT 20?, das die Polizei als einzige Option zum Fahrzeughalter Thorsten Heise führte. Am 11. Dezember 2017 rief Heise bei der Polizei an und gab an, dass er am 2. Dezember 2017 mit seiner Frau in Bornhagen war und der Polizei meldete, dass sich Personen aus dem linken Spektrum im Dorf aufhalten würden. Nach Rücksprache mit seinem Anwalt möchte Heise dazu nun allerdings doch keine weiteren Angaben machen, da man ja vermuten könne, er hätte etwas mit den zerstochenen Reifen zu tun. Trotz dessen, dass Heise zur Tatzeit in unmittelbarer Nähe war und eine Zeugin sich Teile des Kennzeichens notieren konnte, stellte die Staatsanwaltschaft Mühlhausen im März 2018 das Ermittlungsverfahren ein. Die Begründung ist, dass sich kein hinreichender Tatverdacht ergebe, nur weil Heise ähnliche Kennzeichen habe. Die Angaben der Zeugin wurden seitens der Staatsanwaltschaft angezweifelt, weil diese sich in ihrer Wahrnehmung geirrt haben soll, als sie angab die Scheiben des Autos seien verdunkelt gewesen, die Scheiben von Heises Bus aber keine Verdunkelung aufweisen. Eine bemerkenswerte Begründung, denn dies hat die Zeugin nie behauptet. Auf Nachfrage der Polizei, ob das Auto getönte Scheiben hätte, gab sie zu Protokoll: „Nö, war einsehbar“. Eine Beamtin der Polizei hingegen meinte, dass die Scheiben von Heises Auto verdunkelt gewesen waren, als er die Meldung über Linke im Dorf machte. Sie hätte keine weitere Person im Auto wahrnehmen können. Eine fehlerhafte Wahrnehmung und/oder Aussage einer Polizistin wird einer glaubhaften Zeugin unterstellt und damit die Hauptzeugin der Tat unglaubwürdig gemacht. Das Problem fängt demnach nicht erst bei der Staatsanwaltschaft an. Heise kann sich offensichtlich ebenso auf die Polizei verlassen, denn selbst bei einer so offensichtlichen Sachlage wie im Dezember 2017 veranlasste diese keine Befragung der Heises, keine Nachschau nach Tatmitteln wie Messer oder Vermummung, keine Suche nach Mittätern. Es geht in diesem Fall mitnichten nur um eine Sachbeschädigung. Heise vermittelt damit eine Botschaft und diese schon seit vielen Jahren: Das Eichsfeld ist sein Einflussgebiet, es gelten seine Gesetze, er bestimmt wer sich dort aufhalten darf und wer nicht. Und dies wird er mit aller Gewalt durchsetzen.

Seine Söhne treten in diese Fußstapfen. Nur vier Monate nach dem Vorfall in Bornhagen und einen Monat nach Einstellung des Verfahrens – im April 2018 – griff Nordulf Heise mit Gianluca Kyritz (geb. Bruno) äußerst brutal zwei Journalisten an. Vermummt und mit Schraubenschlüssel, Baseballschläger, Reizgas und Messer bewaffnet, wurde das Auto der Journalisten zerstört. Mit dem Messer wurde auch auf einen Journalisten eingestochen, auf den anderen mit Schraubenschlüssel auf den Kopf geschlagen und die Kamera wird geraubt. Das katastrophal geführte Ermittlungsverfahren der Polizei, sowie das verschleppte Verfahren und die verquere Beurteilung der Richterin im Prozess in Mühlhausen zugunsten Heises, veranlasste einen Betroffenen damals zu prophezeien: „Das Urteil ist ein Freifahrtschein für Rechtsextreme für weitere Angriffe auf Journalisten“.

Angreifer Thoralf Heise beim Neonazi- "Trauermarsch" in Dresden 2026 - Quelle: Pixelarchiv

Angreifer Thoralf Heise beim Neonazi- „Trauermarsch“ in Dresden 2026 – Quelle: Pixelarchiv

Der Angriff auf das Spiegel TV-Team am 25. März 2026 mittels Reizgas und Schlägen durch Thorsten und Thoralf Heise muss zwangsläufig in Kontinuität der vorangegangenen Angriffe betrachtet werden. Seit Jahren erschafft Heise schließlich maßgeblich Feindbilder in der Neonaziszene. Im Februar 2018 benennt er diese in einem Vortrag in aller Deutlichkeit: „Und das sind die Mechanismen, wo ich vielleicht vor 5 Jahren oder 10 Jahren noch gedacht hätte, wir haben den Hauptfeind das ist der BRD-Politiker, dieser typische Nutznießer des Systems, nämlich gekauft und korrupt, verrät er sein eigenes Volk, die Zukunft seiner Kinder und Enkel. Dieser typische BRD-Politiker. Da hab ich noch gedacht das ist also wirklich unser Feindbild. Da muss man schon sagen, also ihr seid definitiv, da… ihr wäret im Mittelalter in die Kerker gewandert. So weiß ich doch aber heute, glaube ich, ganz genau, dass also auch eins unserer Hauptfeindbilder diese Journaille sein muss“.

Um sich körperlich für den Kampf zu wappnen, wird die nächste Generation auch im Wohnhaus der Heises in Fretterode trainiert. Unter anderem vom aktuell inhaftierten Manuel Eder und anderen aus der Neonazi-Kampfsport-Gruppe «Wardon 21» angeleitet, war Thoralf Heise mit seinem Vater schon 2020 Teil einer Trainingsgruppe. Heute bezeichnet sich Thoralf Heise selbst als Athlet des «Kampf der Nibelungen» und ist das Aushängeschild der «Eichsfeldrevolte», ein Ableger der «Jungen Nationalisten». Seine Gewaltkompetenz konnte er zudem im Hooliganismus ausbauen. So gehörte er im Februar 2025 zu einer Gruppe Neonazis, die für den 1. FC Schweinfurt 05 bei einem sogenannten „Ackermatch“ gegen andere Hooligans kämpften. Auch Norik Eilert stand dort Thoralf Heise zur Seite. Eilert ist nicht nur in der extrem rechten Kampfsportszene verwurzelt, sondern ist auch Teil der regionalen Führungsriege der Neonazi-Partei «Der III. Weg» in Nordhessen. Als Eilert im November 2023 als Kämpfer bei dem Underground-Kampfsportformat „Frontiere – Respect Of The Streets“ antrat, wurde er von Thoralf Heise und anderen Neonazis von «Der III. Weg» begleitet. Dass Thoralf Heise heute unter anderem mit den Söhnen von Björn Höcke, Landogar und Trutz Höcke, regelmäßig in Fretterode Kampfsport trainiert, muss Anlass zur Besorgnis geben. Auch Bornhagen gehört zum Einzugsgebiet des Systems Heise.

Bild 1: Thoralf Heise und Landogar Höcke (v.l.n.r.), Januar 2024 - Bild 2: Thoralf Heise und Landogar Höcke in der Barbarian-Schmiede in Göttingen-Rosdorf, Januar 2025 <br />Bild 3: Trutz Höcke bei Familie Heise, 27. März 2026 - Bild 4: Thoralf Heise (links) und Norik Eilert (rechts), Februar 2025

Bild 1: Thoralf Heise und Landogar Höcke (v.l.n.r.), Januar 2024 – Bild 2: Thoralf Heise und Landogar Höcke in der Barbarian-Schmiede in Göttingen-Rosdorf, Januar 2025
Bild 3: Trutz Höcke bei Familie Heise, 27. März 2026 – Bild 4: Thoralf Heise (links) und Norik Eilert (rechts), Februar 2025

„Enkeltrick“ vom Neonazi-Clan – Wie Thorsten Heise 1 Million Euro erbte

Es ist März 2022 als Thorsten Heise, einer der umtriebigsten Neonazis Deutschlands, und seine Frau Nadine Heise nach Schweden reisen, um die 90-Jährige demente Birgitta Wolf im Altenheim zu besuchen. Am Ende ihres Besuchs nehmen sie Wolf mit auf ihr Anwesen in Fretterode, ohne das Pflegeheim zu informieren. In Deutschland angekommen lassen sich Heises das gesamte Erbe übertragen. Knapp ein Jahr später stirbt Wolf und Familie Heise ist um etwa eine Million Euro reicher. Angehörige und Freundinnen aus Schweden bezweifeln, dass dies Birgitta Wolfs letzter Wille war. Sie wollte ihr Erbe für den Tierschutz eingesetzt sehen. Ein Coup, der Heise mit einer Gruppe bekannter Neonazis gelang: Dem extrem rechten Burschenschafter Lars Brettschneider, der als Notar half, das Testament von Wolf auf Thorsten und Nadine Heise auszustellen; dem Neonazi Mart Plees, der vor Ort als Übersetzer agierte sowie dem Neonazi-Anwalt Wolfram Nahrath, langjähriger Freund der Familie Heise, der den Fall juristisch betreut. Und nicht zuletzt mit Hilfe der Polizei, die bekannt dafür ist, nicht so genau hinzuschauen, wenn es um Familie Heise geht.

Im Folgenden werden die Geschehnisse chronologisch geschildert. Diese basieren u.a. auf schwedischen Dokumenten, die Exif-Recherche vorliegen, Erkenntnissen aus einem Artikel der schwedischen Zeitschrift Expo und eigenen Recherchen.

Zur Vorgeschichte: Wer ist Birgitta Wolf?

Haus von Birgitta Wolf in Ekerö (Schweden) mit 3440 m² Grundstück

Haus von Birgitta Wolf in Ekerö (Schweden) mit 3440 m² Grundstück

Birgitta Wolf zog 1974 von Schweden nach Deutschland, lebte in Altdorf (Bayern) und arbeitete als Tierärztin, später zog sie nach Königsbrück (Sachsen). Aus erster Ehe unterhielt sie weiterhin ein Haus im schwedischen Ekerö und verbrachte dort regelmäßig ihren Sommer. Sie war in zweiter Ehe mit Martin Heinz Wolf verheiratet.

Birgitta Wolf war überzeugte Neonationalsozialstin. Sie spendete in den 1990er Jahren an den Holocaustleugner Ahmed Rami und war Mitglied der Schwedendemokraten, später der Nationaldemokraten. 2003 unterschrieb sie eine Petition für den Holocaustleugner Ernst Zündel. Laut Aussage von Thorsten Heise lernten sie sich bereits 1999 kennen. Mit dem Tod von Wolfs Mann 2002 soll sich laut Thorsten Heise eine enge Beziehung zwischen Wolf und Familie Heise entwickelt haben. Ab 2013 habe sie dauerhaft in Deutschland gelebt. Im August 2021 soll sie mitgeteilt haben, dass sie aufgrund der Corona-Pandemie einsam sei und nicht mehr gut zurechtkomme. Mit Hilfe eines Freundes kehrte sie deshalb zurück nach Schweden. Dort fiel einer Freundin schon bald auf, dass ihr Gesundheitszustand zunehmend schlechter wurde. Sie schlug Alarm, da sie die Gefahr sah, dass Wolf in ihrer Verfassung um ihren Besitz betrogen werden könnte. Daraufhin leitete im Februar 2022 die zuständige Gemeinde in Ekerö, südwestlich der Hauptstadt Stockholm, ein Verfahren ein, das prüft, ob eine Treuhandschaft für Wolf notwendig ist. In einem Schreiben der Gesundheitsbehörde vom 6. April 2022 ist eine Zusammenfassung ihres Gesundheitszustandes enthalten. Demnach hatten in den letzten sechs Monaten kognitive Beeinträchtigungen eingesetzt. Sie habe zu Hause Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen, weil sie sich nicht Anziehen könne und vergesse zu essen. Außerdem habe sie nachts Probleme, nach Hause zu finden. Als sie wegen eines Sturzes in die Geriatrie eingeliefert wurde, hatten die Ärzt*innen bereits den Verdacht auf Demenz. Ein Gedächtnistest vom 3. März 2022 bestätigt eine starke kognitive Beeinträchtigung und Wolf wurde zur Demenzuntersuchung weiter überwiesen. Sie erreichte nur 5 von 30 Punkten beim MoCa-Test (The Montreal Cognitive Assessment). Ein Ergebnis zwischen 0 bis 5 Punkten besagt eine „extreme geistige Beeinträchtigung“. In einem Bericht an die Behörden schrieben ihr nahestehende Personen, Birgitta Wolf „war nicht mehr in der Lage, einen Zettel zu unterschreiben, um einen Schlüssel für den häuslichen Pflegedienst zu übergeben, es wurde nur chaotisch, am Ende schaffte sie es trotzdem mit großer Mühe, ihren Vornamen zu schreiben, nachdem sie mit Stift in der Hand siebenmal eingeschlafen war.“ Sozialarbeiter machten sich Ende 2021 und Anfang 2022 ein Bild von Wolfs Zustand, der Sozialsekretär hielt in seinem Bericht fest, dass er sehr besorgt sei um Wolf, sie rede zusammenhangslos und wisse nicht einmal, mit wem sie spreche.

Der Übersetzer und die überstürzte Ausreise

Anfang März 2022 erfuhr Thorsten Heise, dass Birgitta Wolf in einem Altenheim lebt. Eine Nachbarin von Wolf arrangierte die medizinische Hilfe und Unterbringung. Sie informierte auch Thorsten Heise, dass Wolf sehr krank und im Heim untergebracht sei und wegen den Pandemie-Beschränkungen nicht gut besucht werden könne. Heise ließ daraufhin seinen schwedischen Kameraden Mart Plees in der Einrichtung anrufen, um einen Besuchstermin zu vereinbaren.

Mart Plees

Mart Plees

Plees ist ein langjähriger Freund und politischer Weggefährte Heises. Schon 2002 reisten beide gemeinsam zum «Rudolf Hess-Gedenkmarsch» nach Wunsiedel. 2007 eröffnete Plees in seiner Heimat einen Laden, der erstmals in Schweden Kleidung der deutschen, extrem rechten Modemarke «Thor Steinar» verkaufte. Bis heute ist er zudem immer wieder als Gast-Tätowierer im Tattoo-Studio «Nordic Thunder» von Silvan Gex-Collet in der Schweiz anzutreffen. Gex-Collet ist führender Kopf bei «Blood & Honour/Combat 18» und seit vielen Jahren eng mit Familie Heise befreundet. Laut Expo war die Hilfe von Mart Plees in diesem Fall allerdings nicht selbstlos. Mehrere Überweisungen waren an Plees getätigt worden, mit dem Verwendungszweck „Pflegekosten“ – insgesamt sollen es 62.000 Schwedische Kronen gewesen sein, etwa 5.000 Euro. Eine stolze Summe für einen Anruf und ein paar Übersetzungsleistungen.

Thorsten und Nadine Heise beim geschichtsrevisionistischen "Trauermarsch" in Dresden 2026 - Quelle: Nico Kuhn

Thorsten und Nadine Heise beim geschichtsrevisionistischen „Trauermarsch“ in Dresden 2026 – Quelle: Nico Kuhn

Was dann zwischen dem 24. und 29. März 2022 genau ablief, ist schwer zu rekonstruieren, aber bedeutend. In dem Zeitraum reisten Thorsten und Nadine Heise nach Schweden, um Wolf zu besuchen. Als sie zusammen mit Mart Plees am Morgen des 25. März im Altenheim auftauchten, habe Wolf geweint, so die Version der Familie Heise laut einem Schreiben ans Gericht. Außerdem habe sie gesagt, dass ihr persönliche Sachen weggenommen worden seien. Sie bat darum, in ihr Haus nach Ekerö gebracht zu werden, so Heise. Sie fragten die Stationsschwester, ob sie Wolf mitnehmen könnten, sie würden sie am 28. März zurückbringen. Angekommen in ihrem Haus in Ekerö fehlten angeblich Gegenstände (Laptop, Handy, Dokumente, Ausweis, Kreditkarten usw.). Die Nachbarin, die ihnen den Schlüssel übergab, wisse nicht, wo die Dinge seien und habe angeblich auch den Hund von Wolf nicht herausgeben wollen. Dies habe Heise bewogen, den Neonazi-Anwalt Wolfram Nahrath zu kontaktieren und um Rat zu fragen. Nahrath schlug vor, Wolf solle mit den Heises nach Deutschland kommen. Dies habe man mit Wolf beraten, sie habe eingewilligt. Die Pflegeeinrichtung haben sie darüber nicht informiert. Vielmehr verließen sie mit Birgitta Wolf überstürzt das Land, ohne ihre Medikamente, ihren Reisepass, ihre persönlichen Sachen und ohne ihren geliebten Hund. Der Freund, der Wolf 2021 half nach Schweden zurückzukehren, sagte gegenüber dem Bezirksgericht aus, dass sie so etwas niemals tun würde. Am 28. März kontaktierte das Pflegeheim die Polizei und meldete Birgitta Wolf als vermisst.

Laut Thorsten Heise waren sie bis zum 29. März in Schweden. Dass Wolf im Pflegeheim nicht abgemeldet wurde, macht stutzig. Es muss stark bezweifelt werden, dass Wolf selbstbestimmt aus freien Willen das Land verlassen hat. Das Ergebnis von dem Gedächtnistest, wenige Tage zuvor, legt nahe, dass sie zu so einer großen Entscheidung nicht in der Lage gewesen ist. Warum sollte Wolf ihre letzten persönlichen Sachen freiwillig im Heim zurücklassen, nachdem sie gerade festgestellt hatte, dass in ihrem Haus Gegenstände fehlen? Warum sollte sie ohne ihre Medikamente und ihren Hund nach Deutschland reisen? Ob sich Thorsten und Nadine Heise hier der Entführung einer Hilfsbedürftigen strafbar gemacht haben, wird vermutlich nicht mehr aufgeklärt werden.

In Fretterode angekommen, war es für Freund*innen kaum noch möglich, mit Wolf in Kontakt zu kommen. Heise wimmelte Telefonate ab und kontrollierte ihre Kontakte. Eine enge Freundin von Wolf berichtet gegenüber Expo: „Am Anfang wusste sie überhaupt nicht, wo sie war“.

Der Notar und das Testament

Notar Lars Brettschneider

Notar Lars Brettschneider

Am 5. Mai 2022 – 37 Tage nach Ankunft in Deutschland – erschien Birgitta Wolf angeblich im niedersächsischen Sulingen und verfügte beim Notar Lars Brettschneider ein Testament, das Nadine und Thorsten Heise zu den Alleinerben ihres Vermögens von fast 1 Million Euro erklärte. Brettschneider ist „Alter Herr“ der «Marburger Burschenschaft Germania», einer extrem rechten, schlagenden Verbindung. Die Burschenschaft gilt nicht nur bei kritischen Beobachter*innen der Verbindungsszene als Vernetzungsstelle extrem rechter Spektren, führende Mitglieder brüsten sich öffentlich damit, dass ihre Verbindung „in allen relevanten rechten Strukturen Personal, Kader und Führungskräfte“ stelle. So ist auch Torben Braga Mitglied der «Marburger Burschenschaft Germania», der wiederum als rechte Hand von Björn Höcke gilt, zu dem Thorsten Heise eine besondere Verbindung hat. Kanzleipartner und Vater, Wulf Brettschneider, machte wiederum bereits durch eine Spende an die AfD auf sich aufmerksam. Zudem hat die «Marburger Burschenschaft Germania» die NS-Zeitschrift «Volk in Bewegung» von Thorsten Heise abonniert. Möglicherweise kennen sich Lars Brettschneider und Heise also bereits länger, u.a. über das enge Band der Burschenschaften. Denn auch Heise ist Mitglied einer Burschenschaft. Zu seiner Hochzeit 1999 stand ihm die «Pennale Burschenschaft Chattia Friedberg zu Hamburg» zur Seite, mit Säbeln am Rathaus posierend, um die Trauung zu begleiten. Mit seinem Biernamen „Ulex“, dem Spitznamen von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels, ist Heise in einer internen Liste der extrem rechten Burschenschaft als „Alter Herr“ aufgeführt. Anlässlich der Hochzeit des Neonazi-Schlägers Gianluca Kyritz (ehem. Bruno) im Juli 2022 tauchte Thorsten Heise im sogenannten „Wichs“ der Burschenschaft auf, mit Band und Mütze.

Thorsten und Nadine Heise Juli 2022

Thorsten und Nadine Heise Juli 2022

Nicht nur der Fakt, dass der Notar aus dem extrem rechten Burschenschafts-Milieu stammt und mit Heise vertraut scheint, lässt den Vorgang um Birgitta Wolfs Testament mehr als dubios wirken. Auch die Ortswahl an sich ist verdächtig, denn Sulingen ist etwa 240 km von Fretterode entfernt. Die vorgeblich so sorgende Familie Heise hat die 90-Jährige Wolf demnach einem Hin-und Rückweg von insgesamt sechs Stunden Autofahrt ausgesetzt, um das Testament extra in Sulingen abzuwickeln, statt wie üblich beim zuständigen, nahe gelegenen Amtsgericht in Heiligenstadt. Der Burschenfreund bezeugte die Testier- und Geschäftsfähigkeit der Frau, bei der nur wenige Wochen zuvor starke kognitive Beeinträchtigungen und Verdacht auf Demenz diagnostiziert wurden. Brettschneider gibt im Testament an: „Wie die mit der Erschienenen geführte ausführliche Unterredung zur Überzeugung des Notars ergab, bestehen zweifelsfrei keine Bedenken gegen ihre volle Testier- und Geschäftsfähigkeit.“

Weiter soll Wolf in ihrem Testament angegeben haben: „Ich lebe mittlerweile bei den Eheleuten Heise in Fretterode. Ich werde demnächst meine amtliche Ummeldung vornehmen. Ich bin weder durch Testamente, einen Erbvertrag oder eine sonstige letztwillige Verfügung in meiner Testierfreiheit eingeschränkt. Vorsorglich widerrufe ich alle etwaigen letztwilligen Verfügungen von Todes wegen. Ich bin Eigentümer von Grundbesitz in Schweden – Eckerö – und in Deutschland – Königsbrück .- Weiteren Grundbesitz oder Firmenvermögen habe ich nicht. Auslandsvermögen in Form eines Kontos und als Aktien ist vorhanden. Ich bin schwedische Staatsbürgerin. Ich wohne jedoch seit 2013 dauerhaft in Deutschland. […] Den reinen Wert meines gegenwärtigen Vermögens gebe ich mit etwa 950.000,00 EUR an“.

Erst drei Monate später – im August 2022 – will Heise „Gedächtnis- und Orientierungsprobleme“ bei Wolf festgestellt haben und informierte darüber ihren Hausarzt Dr. B. in Uder und den Medizinischen Dienst in Thüringen. Ob Wolf vor der Übertragung des Testaments in Deutschland medizinisch untersucht wurde, ist zweifelhaft.

Der Anwalt und die Vollmachten

Wolfram Nahrath am 03. Oktober 2020 beim Aufmarsch vom «III. Weg» in Berlin - Quelle: Pixelarchiv

Wolfram Nahrath am 03. Oktober 2020 beim Aufmarsch vom «III. Weg» in Berlin – Quelle: Pixelarchiv

Am 2. April 2022 soll Birgitta Wolf auf dem Anwesen der Heises in Kontakt mit der Polizei gekommen sein. Laut Heise habe die Polizei Wolf nach einer Vollmacht gefragt, die sie am 20. Oktober 2021 auf ihre Freundin C. K. aus dem sächsischen Königsbrück ausgestellt haben soll. Diese bevollmächtigt C. K. als Vertrauensperson, Wolf in allen Belangen vertreten zu können. Doch Wolf soll auf Nachfrage, ob sie diese Vollmacht ausgestellt habe, verneint haben. Auf Vorlage der Vorsorgevollmacht habe sie zwar ihre eigene Unterschrift erkannt, bekundete jedoch, dass sie die Unterschrift gegeben hätte, weil ihr gesagt wurde, dass Rechnungen für sie beglichen werden müssten. In welchem Zustand sich Wolf bei der Befragung befand, ist ungewiss. Ob die Polizei im Eichsfeld diesen überhaupt beurteilen konnte, darf bezweifelt werden. Ab Ende Mai 2022 habe Heise die Geschäfte für Wolf übernommen, er sei als Betreuungsperson im Bundesvorsorgeregister eingetragen, so seine Aussage. Er stellte fest, dass C. K. Geld abgehoben hatte und forderte sie per Anwaltsschreiben von Wolfram Nahrath auf, den Vorgang rückgängig zu machen, was K. auch tat.
Am 24. Oktober 2022 ging dann bei Gericht im schwedischen Solna ein Schreiben von Wolfram Nahrath ein, im Anhang eine Vollmacht über die anwaltliche Vertretung, die Birgitta Wolf bereits am 1. April 2020 unterschrieben haben soll. Nahrath schreibt: „Seit 2020 hat Dr. Birgitta Wolf Herrn Heise als ihren Vertreter in allen Angelegenheiten ihr Leben betreffend eingesetzt. Er verwaltet auch ihre Finanzen, inklusive Bankangelegenheiten. […] Meiner Meinung nach ist es nicht notwendig eine offizielle gerichtliche Aufsichtsperson bzgl. Dr. Birgitta Wolf zu bestimmen“. Hinzugefügt war auch ein langer Brief von Thorsten und Nadine Heise, der das Gericht überzeugen sollte, dass sie enge, sich sorgende und selbst wohlhabende Vertraute von Wolf seien. So versuchte Heise jeden Zweifel auszuräumen: „Birgitta lebt nun bei uns in einem altengerechten, barrierefreien 73qm Appartement in unserem Gut und wird von uns 24 Stunden betreut und gepflegt. Sie hat Zugang zu unserem Gutspark von 5000 am und geht jeden Tag ihre Runden, mit oder ohne ihren Hund“.

Das eigentliche Anliegen teilte Heise dem Gericht ebenso mit: „Ich würde dem Gericht auch vorschlagen, mich und meine Frau Nadine, jeden für sich, als Treuhänder für Birgitta einzusetzen, da ich die Geschäfte zurzeit schon seit Ende Mai 2022 für Birgitta führe und dies auch ihren Wünschen seit 2020 entspricht“.

Den Widerspruch, dass Wolf sich 2021 in Deutschland so einsam fühlte und deswegen nach Schweden zurückkehrte, aber Heise angeblich guter sorgender Freund sein will, löst er in dem Schreiben nicht auf. Am 31. Oktober 2022 schrieb ein Mitarbeiter des Gerichts im schwedischen Solna an Nahrath und fasste die Inhalte eines vorausgegangenen Telefonats zusammen, u.a. hatte das Gericht den Zustand von Wolf erneut deutlich gemacht: „Sie ist in einem Frühstadium der Demenz und leidet unter teilweisem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses“. Zudem darf Nahrath Wolf in Schweden nicht vertreten und er wurde aufgefordert die Telefonnummer von Wolf zu schicken. Nahrath behauptete offenbar, er müsse erst klären, ob er Wolfs Telefonnummer weitergeben dürfe. Zudem wurde er aufgefordert, Kontakt zwischen Wolf und ihrer schwedischen Anwältin herzustellen.

Am 2. Juni 2022 schrieb die Vormundschaftsbehörde an das Gericht in Solna: „Die Vormundschaftsbehörde hat Informationen erhalten, die darauf hindeuten, dass Birgitta Wolf außerstande ist, sich und ihr Vermögen zu verwalten. Es war jedoch nicht möglich, umfangreichere Unterlagen zu erhalten, da sie von Freunden aus der besonderen Wohnanlage abgeholt und zurück nach Deutschland gebracht wurde, bevor eine genauere Untersuchung durch einen Arzt durchgeführt werden konnte. Aus der Untersuchung geht jedoch hervor, dass sie über erhebliche Vermögenswerte verfügt, aber nicht weiß, wer ihr bei den Rechnungen hilft. Es geht auch hervor, dass sie trotz ihrer großen Liebe zu ihrem Hund und ihrer Tierliebe den Hund in Schweden zurückgelassen hat, als sie nach Deutschland zurückkehrte“.

Der Tod und das Geld

Neonazi-Zentrum in Fretterode und Anwesen der Familie Heise - Quelle: Archiv

Neonazi-Zentrum in Fretterode und Anwesen der Familie Heise – Quelle: Archiv

Laut Sterbeurkunde starb Birgitta Wolf in Fretterode am 1. April 2023. Ausgestellt wurde die Urkunde am 6. April 2023. Das Treuhandverfahren in Schweden, um Wolfs Erbe zu schützen, wurde nie abgeschlossen. Familie Heise informierte Wolfs Angehörige nicht über ihren Tod.

Am 10. Mai 2023 wurde das Testament am Amtsgericht Sulingen eröffnet und anschließend nach Heiligenstadt übergeben. Am 1. Juli 2023 beantragten Heises die Eintragung ins Grundbuch für das Grundstück in Ekerö. Am 5. Juli 2023 beglaubigte das Amtsgericht Heiligenstadt das von Notar Lars Brettschneider ausgestellte Testament. Am 13. Juli 2023 beantragte Heise die Umschreibung des Grundstücks in Ekerö, welches dann im Herbst 2023 für 4,8 Millionen schwedische Kronen, etwa 400.000 Euro, verkauft wurde. Wolfs Hausstand wickelte Heise bereits während einer Reise vom 22. bis 24. September 2022 ab. Auch zwei Autos und einen Anhänger ließ er nach Deutschland überführen. Der Haushalt in Königsbrück wurde bereits im Sommer 2022 aufgelöst. In Bezug auf die Immobilie teilte Heise in dem bereits erwähnten Brief an das schwedische Gericht mit: „Das Haus wird zurzeit renoviert und soll dann vermietet werden. Dies ist eine rein wirtschaftliche Maßnahme. Bei den steigenden Energiekosten können auf Dauer nicht zwei Häuser gehalten werden. Wir hoffen, daß Birgitta mit den Mieteinnahmen in Königsbrück auch ihr Haus in Schweden weiterhin halten kann“. Nicht lange nach ihrem Tod taucht die renovierte Immobilie auf einem Verkaufsportal auf, wo sie für 395.000 Euro zum Verkauf stand. Aktuell ist ein Exposé noch online zu finden, das Haus sei allerdings bereits verkauft.

Der Nachlass-Jäger und der SS-Verlag

Screenshot Webseite Nordland-Verlag von Thorsten Heise

Screenshot Webseite Nordland-Verlag von Thorsten Heise

Thorsten Heise bereicherte sich durch den Tod von Birgitta Wolf um insgesamt etwa eine Million Euro. Ihr Erbe ist bei weitem nicht das Einzige, um das er mit allen Mitteln kämpft. Heise ist nicht nur stellvertretender Vorsitzender der Partei «Die Heimat» (ehem. NPD) und Kopf der «Arischen Bruderschaft», er ist auch knallharter Geschäftsmann. Seit Jahren ist er auf der Suche nach Nachlässen und hat sich dafür einen wirtschaftlichen Rahmen geschaffen, indem er im Mai 2008 sein bestehendes Gewerbe um den «Nordland-Verlag» erweitert hat. Der Name ist kein Zufall, sondern knüpft an den 1933 gegründeten «Nordland-Verlag» an, der 1934 der Verlag der „Schutzstaffel“ (SS) der NSDAP und somit das erste Wirtschaftsunternehmen dieser wurde. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, bedient sich Heise auch gleich am damaligen Verlagssignet, das heute ebenso wie die Rubrik „Waffen-SS“ auf der Webseite des Verlags zu finden ist. Dass der wohl bekannteste Neonazi Deutschlands vor fast 20 Jahren faktisch ein Unternehmen der NSDAP aufleben ließ und bis heute führen kann, ist bemerkenswert. 2018 bekam Thorsten Heise sogar rund 35.000 Euro Fördergelder aus dem EU-Parlament für sein Unternehmen.

Antisemitisches Buch "Juden erobern England" 1941 erschienen im Nordland-Verlag

Antisemitisches Buch „Juden erobern England“ 1941 erschienen im Nordland-Verlag

Heise geht es nicht darum, die Nachlässe einfach nur zu besitzen. Er nutzt die Bücher, Dokumente und Bilder der ehemaligen Angehörigen der SS, um den Nationalsozialismus zu verherrlichen und zu relativieren, und mit der Propaganda Geld zu verdienen. Wesentlich für Heise ist auch, Jugendlichen die Ideologie nahezubringen sowie systematisch die „Forschung“ im Sinne der NS-Relativierung und Holocaustleugnung voranzubringen. Hierfür hat er getreu dem historischen Vorbild, an seinen «Nordland-Verlag» eine Bücherei angeschlossen und bringt neben Büchern auch die Zeitschrift, «Volk in Bewegung» (ViB), heraus. Regelmäßig schrieben dort bekannte HolocaustleugnerInnen wie die mittlerweile verstorbenen Horst Mahler, Ursula Haverbeck und Rigolf Hennig. Auch Heise selbst verfasst in der Zeitung Beiträge. Die Ziele des «Nordland-Verlags» und der Bücherei formulierte er in der Zeitschrift 2018: „Auch leiten wir viele Ihrer Bücherspenden direkt an nationale Jugendgruppen weiter oder bauen unsere Nordlandverlagsarchiv weiter aus, um Autoren, Forschern und Wahrheitssuchenden die Möglichkeit zu Studien zu geben“.

In einem Artikel der ersten Ausgabe im Jahr 2018 beschreibt er, wie er vergeblich versuchte, den Nachlass von Holocaustleugner Ernst Zündel sowie den Buchnachlass von Heinz Mahnke zu sichern. Mahnke war SS-Hauptsturmführer und ist mitverantwortlich für die Ermordung von mindestens 144 Jüd*innen im Sommer 1941. Nach dem Krieg machte er u.a. beim SPIEGEL und beim Springer-Verlag Karriere. Mahnkes Bücher wurden laut Heise dem «Nordlandarchiv» überlassen. Heise habe die Bücher Zündel im Jahre 2010 nach seinem Haftaufenthalt ausgeliehen. Als Heise im Dezember 2017 von seinem Tod erfuhr, machte er sich mit einem Trupp Kameraden zum Anwesen von Zündel auf, um die Bücher zurückzuholen. Doch die Familie vor Ort schaltete die Polizei ein, die Heise und seine Gefolgschaft des Grundstücks verwiesen, sodass sie zuschauen mussten, wie Bücher, Bilder und Dokumente auf dem Müll entsorgt wurden. Sogar mit einer Eilverfügung beim Amtsgericht versuchte er, den Nachlass zu retten. Als Konsequenz aus dieser Niederlage mahnte er in dem Beitrag aus 2018, sich rechtzeitig um einen „geordneten Nachlass“ zu kümmern. „Meldet Euch bei uns, und wir senden Euch kostenlos ein Merkblatt und ein Mustertestament mit Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht zu“. Ein System, das offenbar funktioniert, denn in der dritten Ausgabe in 2024 der ViB bedankt Heise sich bei zwei Lesern, die den «Nordland-Verlag» in ihrem Testament bedacht hätten. Nur so seien sie erst in der Lage „für unser geliebtes Deutschland im Sinne unserer Ahnen zu wirken“. Nach dem verlorenen Kampf um den Nachlass von Ernst Zündel, war Thorsten Heise nicht bereit, eine weitere Niederlage einzustecken.


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